Textreise Lektorat Expose-Pruefung 1

Die Krux mit dem Persönlichkeitsrecht

Die Krux mit dem Persönlichkeitsrecht 1488 1009 admin

„Ich habe doch ein Recht darauf zu erzählen, was ich in meinem Leben alles erlebt habe, oder nicht?“

Etwas derartiges wurde ich schon häufiger von Kund*innen gefragt, welche mit ihren Autobiografien oder Erfahrungsberichten zu mir kamen.

Ja, natürlich hast du das Recht dazu, aber…
Und dieses „aber“ mag hier zwar klein erscheinen, kann bei Nichtbeachtung jedoch gravierende Folgen für dich haben.

Stichwort: Persönlichkeitsrecht!

Darunter versteht man den Schutz der eigenen Privatsphäre.
Jede Person kann selbst entscheiden, was aus ihrem Privatleben an die Öffentlichkeit dringen soll.

Prinzipiell kannst du natürlich über alles schreiben und dies auch veröffentlichen.
Kommen jedoch reale Personen in deinem Manuskript vor, solltest du vorab mit jeder einzeln abklären, ob dies für diese auch in Ordnung ist.
Falls nicht (und auch insgesamt gesehen), kann ich dir nur dazu raten, allen fiktive Namen zu geben und auch Ortsnamen  abzuwandeln.

Zusätzlich solltest du die Personen und deren typische Verhaltensweisen so verändern, dass sie sich selbst oder andere sie nicht eindeutig wiedererkennen können.
Mit einem Zusatz, vorne in deinem Buch, dass es sich bei allen vorkommenden Personen um fiktive und nicht um reale handelt, kannst du dich außerdem noch absichern.

Je nach dem Thema deines Buches kann auch das Veröffentlichen unter Pseudonym von Vorteil sein.

Im Zweifel ist auch eine Beratung bezüglich schwieriger Passagen von einem auf Persönlichkeitsrecht spezialisierten Anwalt eine gute Option.

Ansonsten kann es zu einer Persönlichkeitsrechtsverletzung kommen, was juristische Folgen für dich haben könnte.

All dies soll dich jedoch in keinster Weise davon abhalten, über dein Leben oder deine Erfahrungen zu schreiben!
Du solltest dir nur bewusst sein, dass du trotz künstlerischer Freiheit mit manchem sensibel umgehen solltest.